ENGLISH

retti-Palais°
Retti Palais Retti Palais Retti Palais Retti Palais

ausstellung

retti-Palais / Kunstpalast

zeitenwende

28. Juni - 28. September 2014
Do + Fr 16-18.00 Uhr und Sa + So 13-17.00 Uhr

Eintritt: 2,-- € (ermäßigt 1,-- €),
Bei Vorlage der Eintrittskarte erhalten Sie im Markgrafenmuseum Ansbach eine Ermäßigung von 1,-- €

 

Einzel- und Gruppenführungen
Amt für Kultur und Touristik
Führungen: jeweils am Sonntag, 15 Uhr oder auf Anfrage (deutsch oder englisch)
Tel: +49 (0) 981/ 51-243, akut@ansbach.de

 

Am 28. Juni 2014 öffnet das Retti-Palais seine lange verschlossenen Pforten für die breite Öffentlichkeit. Anlass wird eine Ausstellung sein, die gezielt auf den Ort und seine Vergangenheit eingeht. Die Kunst tritt dabei in den Dialog mit den leeren Räumen und den Spuren, die das Leben dort hinterlassen hat. Im Zentrum stehen dabei die malerischen Interventionen der Frankfurter Künstlerin Fides Becker. Ergänzt wird ihre Arbeit durch akustische Eingriffe der Klangkünstler Cornelius Pöpel, Florian Beck und Michael Kirschner. Ein weiteres Highlight wird die ungewöhnliche Aufführung das Theaters Ansbach sein. Darüber hinaus werden weitere Veranstaltungen im Rahmen des SALONs rund um die Geschichte des Hauses angeboten.

Fides Becker: Wandlungen

Das zentrale Thema Fides Beckers ist die Inszenierung der Zeitlichkeit, der Vergänglichkeit und des Wandels. Ihre schwerelosen und vielschichtigen Malereien beziehen sich formal auf den spätbarocken Ursprung des Gebäudes, assoziativ gehen sie sowohl auf die wechselvolle Vergangenheit des Hauses ein, als auch auf Aspekte der Geschichte Ansbachs. Motivisch konzentriert sich Becker auf Möbel und Einrichtungsgegenstände, die als Spuren auf eine jeweilige Epoche und ihren Gebrauch verweisen. Teilweise sind diese in einem aufwendigen Verfahren auf die denkmalgeschützten Wände aufgetragen worden, so dass sie sich in die Architektur einbetten. Ergänzt werden diese durch Leinwandarbeiten, die nunmehr die kahlen Räume möblieren. Becker spinnt in den Räumen des Palais ein poetisches Netz der Assoziationen – die einzelnen Versatzstücke offenbaren sich als flüchtige Elemente des Lebens, als malerische Reflexionen über das Sein und die Vergänglichkeit.


Fides Becker (*1962 in Worms) studierte an der Städelschule in Frankfurt a.M., an der Academie van Beeldende Kunsten in Rotterdam und an der Hochschule der Künste in Berlin. Ihre Werke finden sich in zahlreichen nationalen und internationalen Sammlungen, etwa der Landessammlung Rheinland-Pfalz, der Sammlung Deutsche-Bank oder der Stichting Beeldende Kunst Amsterdam. Fides Becker lebt in Frankfurt und Berlin. (www.fides-becker.de)

 

 

Cornelius Pöpel, Florian Beck und michael kirschner:
klanglabor leopold

Die Ansbacher Klangkünstler Cornelius Pöpel, Florian Beck und Michael Kirschner werden durch kleine Eingriffe einzelne Räume akustisch erfahrbar machen.


Präsentiert wird eine interaktive Installation, die mit Klängen und Musik arbeitet, welche akustische Erscheinungsformen aus der Zeit Rettis refl ektieren und in den heutigen Kontext setzen. Weiterhin kommen klingende Werkzeuge aus dem Bauhandwerk zum Einsatz. In einem dritten Bereich werden eigenständige „sounding Objects“ zu hören sein, die mittels inszenierter Klänge des Hauses einen Raum bespielen.

 

Cornelius Pöpel (*1967 in Stuttgart) studierte Viola und Audio-Design und promovierte in Musiktechnologie. International künstlerische Tätigkeit als Bratschist, Live-Elektroniker und Klangkünstler.

 

 

salon

Sa, 28.6.2014, 24 Uhr

Rettis Rache: Theater Ansbach
(Eintritt: zwischen 1,--€ und 6,--€)

Sa, 5.7.2014, 16 Uhr

Flautissimo, Konzert für Flöte und Tasteninstrument
mit Werken von u.a. Joh. Seb. Bach, Giuseppe Sammertini, Michael Schütz und Text-Intermezzi
Anke Rosbigalle und Carl Friedrich Meyer
In Zusammenarbeit mit AN.Klang – Evang. Kirchenmusik Ansbach
(Eintritt für Ausstellungsbesucher frei)

So, 6.7.2014, 17 Uhr

Leopoldo Retti – Leben und Werk des Ansbacher Hofbaumeisters,
Vortrag: Alexander Biernoth
(Eintritt für Ausstellungsbesucher frei)
In Zusammenarbeit mit dem Frankenbund

Sa, 12.7.2014, 24 Uhr

Rettis Rache: Theater Ansbach
(Eintritt: zwischen 1,--€ und 6,--€)

So, 13.7.2014, 17 Uhr

Ohne Musik wär alles nichts
Konzert für Gesang, Flöte und Gitarre mit Werken von W. A. Mozart, J.-B. Loeillet de Gant, Kaspar Fürstenau u.a. (Eintritt frei)
Schüler der Musikwerkstatt Rauscher-Frosch
In Zusammenarbeit mit den Ansbacher Kammerspielen

Sa, 19.7.2014, 10 Uhr und 14 Uhr

Grüner Tag: Kräutergarten anlegen, Baumführung mit Susanne Wolf und Kindermalaktion mit Sissi Jander

Sa, 19.7.2014, 15 Uhr

Man nennt mich Retti-Palais, Lesung: Gerd Scherm
Musikalische Begleitung: Friederike Gollwitzer, Drehleier (Eintritt: 5,--€)
Veranstaltet vom Kunsthaus Reitbahn3

Sa, 19.7., 20-24 Uhr

Grüne Nacht - freier Zugang für Blinki-Träger

Sa, 26.7.2014, 24 Uhr
Sa, 2.8.2014, 24 Uhr
Sa, 30.8.2014, 24 Uhr

Rettis Rache: Theater Ansbach
(Eintritt: zwischen 1,--€ und 6,--€)

Sa, 13.9.2014, 15 Uhr

Man nennt mich Retti-Palais, Lesung: Gerd Scherm
Musikalische Begleitung: Friederike Gollwitzer, Drehleier (Eintritt: 5,--€)
Veranstaltet vom Kunsthaus Reitbahn3

Sa, 13.9.2014, 24 Uhr

Rettis Rache: Theater Ansbach
(Eintritt: zwischen 1,--€ und 6,--€)

So, 14.9.2014, 15 Uhr und 17 Uhr

Rettis Nachmieter

Zur Sozialtopographie eines Denkmals,
Kurz-Vortrag: Dr. Wolfgang F. Reddig
(Eintritt für Ausstellungsbesucher frei)
Veranstaltet vom Stadtarchiv Ansbach und Markgrafenmuseum am Tag des offenen Denkmals

Sa, 27.9.2014, 15 Uhr

Man nennt mich Retti-Palais, Lesung: Gerd Scherm
Musikalische Begleitung: Friederike Gollwitzer, Drehleier (Eintritt: 5,--€)
Veranstaltet vom Kunsthaus Reitbahn3

Sa, 27.9.2014, 16 Uhr

Künstlergespräch mit Fides Becker
(Eintritt für Ausstellungsbesucher frei)

Sa, 27.9.2014, 24 Uhr

Rettis Rache: Theater Ansbach
(Eintritt: zwischen 1,--€ und 6,--€)

So, 28.9.2014, 15 Uhr

Zurück in die Zukunft. Visionen für das Retti-Palais

Vortrag: Dr. Christian Schoen
(Eintritt für Ausstellungsbesucher frei)

So, 28.9.2014, 21 Uhr

Zum Abschluss: Taschenlampenführung

(Um den Eintritt wird gewürfelt)

 

Führungen: Sonntags, jeweils 15 Uhr
(3,-- € pro Person)
Sonderführung auf Bestellung (deutsch/englisch):
akut@ansbach.de, Tel: +49 (0) 981/ 51-243)



theater ansbach

rettis rache. Eine ansbacher nachtwache

Seit Jahrhunderten wandelt nachts durch das ehrwürdige Retti-Palais der Geist eines alten Hausmeisters. Seit Leopold Retti im Jahr 1749 Ansbach verließ, passt er auf das Palais auf und hat seinem Herrn das Versprechen gegeben, dass er es nicht verfallen lässt. Aber in die Jahre gekommen, möchte auch er endlich sterben, will aber sein Versprechen nicht brechen und wird erst dann Verschwinden, wenn das Retti-Palais wieder in altem Glanz erstrahlt. Doch das liegt zurzeit in weiter Ferne. Und so dreht der einsame Hausmeister immer zur Geisterstunde seine Runden durch das verfallene Palais. Er hat viele Bewohner kommen und gehen sehen und kann uns von merkwürdigen Begebenheiten, seiner Liebe zu diesem Haus und allerlei schaurigen Geschichten berichten. Wann wird er endlich erlöst?

Bitte beachten Sie: Diese Begegnung ist nichts für schwache Nerven und Menschen mit Geisterphobie oder Herzschrittmacher.

Termine

28.6., 12.7., 26.7., 2.8., 30.8., 13.9., 27.9.2014 – jeweils um 24:00 Uhr

Maximal 20 Besucher pro Veranstaltung (Anmeldung: akut@ansbach.de, Tel: +49 (0) 981/ 51-243) Um den Eintritt in Höhe von 1,00 € - 6,00 € wird gewürfelt.


360°

Erkunden Sie das Retti-Palais in einem virtuellen Rundgang durch das historische Gebäude. Per Klick auf den jeweiligen Button gelangen Sie zum entsprechenden Stockwerk und die Grundrisse lassen sich ein- und ausblenden.

 

 

 



historie

leopoldo retti  |  das Palais  |  die bewohner


Das sogenannte „Retti-Palais“ ist eine architekturhistorische Perle Ansbacher Baukunst, die sich seit geraumer Zeit in einem Dornröschenschlaf befindet. Es handelt sich um einen spätbarocken Profanbau, den sich der lombardische Architekt Leopoldo Retti (1704-1751) als Stadtpalast errichtete. Der Baumeister erhielt 1743 den Grund in der ehemaligen Jägergasse (heute Bischof-Meiser-Str.) vom Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich. Im Folgejahr – also vor 270 Jahren – begann der Hausbau. Retti wird jedoch selbst nicht in dem für sich konzipierten Haus gewohnt haben, da er Ansbach bereits 1749 verließ. Das Haus mit seinen wechselnden und illustren Bewohnern weist eine reichhaltige Geschichte auf, die hier ansatzweise dokumentiert werden soll.


Vor zehn Jahren hat die Stadt Ansbach das Haus von privater Seite gekauft, ohne dass es jedoch einer neuen Nutzung zugeführt werden konnte. Zuletzt war das Gebäude als Wohnhaus mit angeschlossener Arztpraxis genutzt. Zwei Räume mit Stuckornamenten und Sopraportenmalereien aus dem späten 18. Jahrhundert wechseln mit innenarchitektonischen Elementen aus den 1950er bis 80er Jahren in anderen Zimmern. Das nun leer stehende Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Residenz inmitten des alten Adels- und Gesandtenviertels und grenzt an den Hofgarten an.

leopoldo retti

Der italienische Architekt Leopoldo Matteo Retti wurde im Jahr 1704 im Dorf Laino in der Lombardei geboren. Er entstammte einer Künstlerfamilie, zu der auch seine drei älteren Brüder Paolo, Riccardo und Livio gehörten. Ihr Onkel und Vormund Donato Giuseppe Frisoni, ebenfalls Stuckateur und Baumeister, 1714 von Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg mit dem Bau des Ludwigsburger Schlosses betraut, holte seine Neffen drei Jahre später zu sich.

 

Dort erhielt er seine Architekturausbildung. Der Herzog schickte ihn außerdem von 1724 bis 1726 zum Studium des französischen Rokoko nach Paris. Zurückgekehrt wurde der gerade 24-Jährige 1728 zum Herzoglich-Württembergischen Baudirektor und Ingenieurleutnant ernannt. Er übernahm die leitende Funktion beim Ausbau der neuen Stadt Ludwigsburg.

 

Rettis Fähigkeiten sprachen sich bis zur herzoglichen Verwandtschaft in Ansbach (damals noch Onolzbach) herum – die Mutter des später als „Wilder Markgraf“ bekannten Carl Wilhelm Friedrich stammte aus dem Haus Württemberg. 1731 ließ sich Retti vom Markgrafen abwerben und zog im Range eines Ingenieur-Capitains in die fränkische Residenz, wo er 20 Jahre lang bleiben sollte. Bereits ein Jahr später wurde er Nachfolger des damaligen markgräflichen Hofbaudirektors Carl Friedrich von Zocha.

 

Nach und nach holte er weitere verwandte Künstler nach Ansbach nach, wie etwa die Stukkateure Diego und Carlo Carlone, den Marmorierer Ciacomo Antonio Corbellini oder den Bildhauer Antonio Sylva. 1733 heiratete er seine Frau Anna Clara Darny, mit der er die nächsten zehn Jahre am Schlosstor wohnte.

In diesen Jahren entstanden eine Reihe von Gebäuden, die das Gesicht Ansbachs bis heute prägen: das Herrieder Tor, der Umbau des Ansbacher Schlosses im französischen Stil und von St. Gumbertus als Hofkirche, der Bau der Synagoge und die Gestaltung ganzer Straßenzüge, vor allem entlang des Johann-Sebastian-Bach-Platzes,  in der so genannten Neuen Auslage rund um den Karlsplatz und des Hofgartens. Hinzu kommen zahlreiche Bauten außerhalb der Stadt, wie etwa des Dennenloher Schlosses, der Vorstadt von Roth sowie vieler Kirchen, Pfarrhäuser und Schulen.

 

Als sich seine weiteren städtebaulichen Pläne wegen fehlender finanzieller Mittel im Zuge des Österreichischen Erbfolgekrieges nicht mehr nach seinen Vorstellungen umsetzen ließen, ging der Architekt 1746 zuerst zeitweilig, drei Jahre später dann für immer nach Stuttgart. Dort widmete er sich als herzoglich-württembergischer Oberstleutnant und Oberbaudirektor bis zu seinem Tod 1751 vor allem dem Bau des Neuen Schlosses.

Das Palais

1743 beschenkte der Markgraf Carl Wilhelm Friedrich seinen Hofarchitekten mit einem Bauplatz in der Jägergasse, der heutigen Bischof-Meiser-Straße, auf dem Retti in der Folge den nach ihm benanntenStadtpalast baute, das „zur Zierde“ der Straße gereichen sollte, wie der Markgraf ausdrücklich festhielt.

Das Grundstück lag neben dem Haus eines hohen Beamten (Nr. 7) und dem markgräflichen Jagd-Sekretariat (heute Hochbauamt). Auf dem Grundstück befand sich die Hofschreinerei, von der sich die Rückgebäude (an den Hofgarten angrenzend) bis 1825 erhalten haben. 1861 wurde an der Südfassade ein neues Treppenhaus in Holzfachwerkkonstruktion errichtet. Ein älterer rückwärtiger Gebäudeteil im Südosten des Hauptauses, zur ehemaligen Schreinerei gehörend, wurde erst 2005 abgerissen.

 

Bautechnisch ist es ist ein zweigeschossiger Walmdachbau mit dreiachsigem Mittelrisalit und Zwerchhaus. Es besitzt rustizierte Lisenen, eine Putzgliederung und Stuckornamentik an einigen Wänden und Decken. Das Treppenhaus und ein großer Saal in der Beletage sind in fast originalem Zustand erhalten. Die Hauptnutzfläche des Gebäudes beträgt 587,80 qm, hinzu kommen 154,80 qm Nebennutzfläche und 225,20 qm Verkehrsfläche wie Treppen und Flure. Weitere 61,50 qm entfallen auf die Nebennutzräume unter 1,5 m Höhe. Das Haus besteht aus dem Keller, dem Erdgeschoss, dem 1. Obergeschoss sowie dem 1. und 2. Dachgeschoss.

 

 

 

Die Bewohner

In sein Palais, das 1749 fertiggestellt wurde, zog Retti gar nicht mehr ein, sondern verkaufte das Anwesen an die Stadt Ansbach als Obervogteiamt und damit Sitz des Obervogts und Geheimen Minister Christoph Ludwig Graf von Seckendorff-Aberdar. 1757 Einzug des neuen Obervogtes (und Markgrafensohnes) Friedrich Carl von Falkenhausen, der das Anwesen 1760 von der Stadt erwirbt. Dessen Ehe mit den Freiinnen Caroline von Beust und nach deren Tod 1767 mit Florentine von Beust entsprangen elf Kinder, die in diesem Haus aufwuchsen. Nach seinem Tod wurde das Haus durch Erbteilungsverfahren verschieden genutzt: Während im oberen Geschoß die Witwe lebenslanges Wohnrecht genoss, wurde der untere Teil vermietet. Entgegen der Bestimmungen von 1749, dass das Haus in städtischem Besitz verbleiben und als Obervogtei genutzt werden sollte, wurde es 1760 an Friedrich Carl von Falkenhausen überschrieben.

 

Der Oberforstmeister Albrecht Freiherr von Schirnding, der in die Familie der von Falkenhausens eingeheiratet hatte, erwarb von diesen das Haus 1825.

 

1849 übergab von Schirnding das Haus an seinen Sohn Friedrich Karl August, dem Revierförster von Stauf.

 

1852 Verkauf an den Gendarmarie-Hauptmann Freiherr von Waldenfels. Das Erdgeschoss wurde lange Zeit an adlige Mitglieder der Garnison vermietet etwa an den Leutnant Baron von Eyb 1886 oder 1891 an den Grafen Seinsheim.

 

1891 Nach dem Tod des Barons von Waldenfels verkaufte die Erbengemeinschaft das Anwesen an den Strohmosaikverkäufer Wilhelm Wagenhöfer. Im historischen Adressbuch von1894 wird er als Mitarbeiter der Firma Friedrich Ebert (Strohmosaik- u. Kartonagenfabrikant), 1921 als Hauptkassierer der Ausstattungsanstalt Ansbach geführt. Bis etwa 1909 waren zudem noch immer Garnisonsmitglieder im Palais wohnhaft, etwa der Sekondeleutnant Freiherr Julius Ludwig Gustav von Eyb, der Rittmeister und Eskadronschef Theodor Konitzky sowie der Leutnant und Regimentsadjudant Freiherr Philipp von Seefried auf Buttenheim, dem späteren Kommandeur des 8. Kavallerieverbands der bayerischen Armee. 1935 wird dort u.a. der spätere Wehrmachtskommandant von Kulmbach, Leutnant Kurt Myrus im ersten Stock aufgeführt. In dieser Zeit werden Haus und Nebengebäude insgesamt von zwölf Parteien bewohnt.

 

Das Adressbuch von 1910 weist im Erdgeschoss des Haupthauses die Praxis von Dr. Adam Alexander Krampf aus, während sich den ersten Stock der Landgerichtsrat Heinrich Kadner, mit seiner Frau und seiner verwitweten Schwester (?) Rosa und der Zollamtmannswitwe Sofie Schmitt teilte. Die mittlerweile ebenfalls verwitwete Lina Wagenhöfer wohnte im Hinterhaus neben der Lehrerstochter Auguste Graf. Auch der oberste Stock wurde in dieser und der folgenden Zeit von Einzelpersonen bewohnt.


Nach dem Tod der Wagenhöfer-Witwe ging das Anwesen an die Tochter Marie, die den praktischen Arzt Dr. Adam Krampf geheiratet hatte. Dieser hatte im Ersten Weltkrieg als Stabsarzt gedient, und praktizierte im Palais. Nach seinem Tod 1951 übernahm die Tochter, Dr. Elisabeth Krampf die Praxis, die diese bis 1999 führte. Das Anwesen blieb bis zum Jahr 2004 m Besitz der Erbengemeinschaft Wagenhöfer-Krampf.

 

 

 

 

Der Straßenname wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in „Theresienstraße“ (nach Königin Therese von Bayern), im Dritten Reich in „Julius-Streicher-Str.“ (nach dem NSDAP-Gauleiters von Mittelfranken und Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes „Der Stürmer“) abgeändert, um nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in „Jägergasse“ zu wechseln. 1958 erhielt die Straße ihren heutigen Namen.

 

 

kontakt

Einzel- und gruppenführungen

Amt für Kultur und Touristik

Tel: +49 (0) 981/ 51-243

akut@ansbach.de

 

kartenreservierung Theater

Tel: +49 (0) 981/ 51-243
akut@ansbach.de

 

Tel: +49 (0) 981/ 970 40 0
info@kultur-am-schloss.de

 

koordinator/kurator

Dr. Christian Schoen

 

organisation/Presse

kunst I konzepte
Maximilianstr. 27-29, 91522 Ansbach
Tel: +49 (0) 981 / 205 96 80
info@kunst-konzepte.de

 

wEbmaster

Stefan Schmid und Florian Kratzer
webmaster-rettipalais@floriankratzer.de




 

 

 

Das Retti-Palais liegt im Herzen Ansbachs nahe der Markgräflichen Residenz zwischen Bahnhof und Hofgarten in der Bischof-Meiser-Strasse 9, 91522 Ansbach. Sie erreichen das Gebäude über die Bahnhofstraße bzw. über die Promenade.

 



unterstützer

Retti-Palais/Kunstpalast ist ein Projekt der Stadt Ansbach und wird großzügig unterstützt von:
Stiftung Vereinigter Sparkassen - Stadt und Landkreis Ansbach und Friedrich Hilterhaus.

In Kooperation mit: